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Gästebuch

Christoph Lingg

2011-10-24

I booked my stay at hotel Gallery in Perm through Ost-West and can only recommend Ost-West as well as the hotel, which is clean, nice and charming!

Jussi Itkonen

2011-10-08

We booked excursion to Tsarskoje Selo for 6 people via Ostwest's website. Confirmation came the next day and guide Svetlana met us in hour hotel. She knew everything and we spent information packed 5 hours learning so much about past and also present in St. Petersburg.

Max Ockum

2011-09-30

Ich habe meine Transfers vom Flughafen zum Hafen in St.Petersburg und vom Hafen zum Airport in Moskau über Natalia Zolotareva gebucht. Der Kontakt war hervorragend. Die Transfers wurden pünktlich und zu voller Zufriedenheit durchgeführt. Vielen Dank an Natalia und Ihre Fahrer.

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Company director and propriator Stephanie Tsomakaeva

Die deutschstämmige Stephanie Zomakajewa ist Direktorin von Ost-West Kontaktservice (ein Reisebüro für individuelle Russlandreisen) und gehört zu den ersten ausländischen Geschäftsfrauen in St. Petersburg. Sie hat 15 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet; wir haben uns mit ihr getroffen und über die Entwicklungen im Geschäftsleben und in der Gesellschaft in diesem Zeitraum gesprochen.

Was hat Sie hierher verschlagen?

Ich habe mit dem Finger auf die Landkarte getippt. 1988 wollte ich mit dem Auto einmal um die Ostsee herum fahren. Damals konnte man noch nicht direkt die Sowjetunion bereisen, sondern nur über St. Petersburg und Moskau. Ich habe die beiden Städte richtig genossen und beschloss wiederzukommen. Später lernte ich in Nasran in Inguschetien meinen Mann kennen (das ist eine Nachbarrepublik von Tschetschenien), ich habe dort 2001-2004 als Koordinatorin für ein kleines Geschäftstrainingszentrum gearbeitet.

Warum, wann und wie kamen Sie auf die Idee, ein Reisebüro zu gründen?

Es fing irgendwie von selbst an! Freunde und Verwandte wollten mich besuchen, nachdem ich 1991 nach St. Petersburg gezogen war; also gründete ich eine Firma, um einen Stempel zu bekommen. Damals ging ohne Stempel gar nichts! Zuerst war mein Ziel, ein Nachtcafé für Ausländer und Russen aufzumachen, was ich auch tat — aber die Anforderungen im Tourismusgeschäft wurden irgendwann so groß, dass ich beschloss, mich auf Ost-West zu konzentrieren; deshalb gab ich das Café 1994 auf.

Was ist Ihrer Meinung nach in den letzten zehn Jahren in der russischen Tourismusbranche passiert?

Sie hat sich zu einer Industrie entwickelt. Als ich 1992 anfing, gab es überhaupt keinen Markt. Es gab ganz wenige Agenturen für Gruppenreisen, die alle das Gleiche anboten. Erst nach der Krise von 1998 wurde der Tourismus ein Massenprodukt. Die Nische für Individualtouristen ist in den letzten fünf Jahren rasant gewachsen. Es kommen mehr junge Leute hierher; die Transsib ist bei Rucksacktouristen der letzte Schrei, und es gibt auch schon Motorradtouren quer durch den Kontinent. Andererseits gibt es immer weniger Gruppenreisen, weil die Hotelpreise steigen und Gruppen von älteren Leuten lieber Kreuzfahrten buchen, weil die preisgünstiger sind.

Diesen Sommer wird die erste Billigfluglinie (von Italien) nach Petersburg fliegen. Können solche Unternehmen den Tourismusmarkt in Russland nachhaltig verändern?

Die Industrie wird einfach expandieren. Die Stadtregierung will, dass Petersburg in fünf Jahren zu den fünf beliebtesten Touristikzielen Europas gehört, mit fünf Millionen Besuchern pro Jahr. Das ist unmöglich ohne die Zunahme von Individualreisen, und Billigflüge sind ein Produkt dieses Markts.

Ihre Firma beherbergt eine Lomo-Botschaft. Können Sie genaueres dazu sagen?

Die Lomographie ist eine Fotokunstbewegung und kommt aus Österreich. Das ganze ist ein persönliches Interesse von mir, denn ich bin hier Botschafterin der Lomographie! Die Lomo-Kompakt ist ein Fotoapparat, der nur in Petersburg produziert wurde. Sie wird von Lomographen in der ganzen Welt benutzt, wobei die Art des Fotografierens sehr spezifisch ist. Meine Firma organisiert Lomo-Events, Ausstellungen und begleitet Lomo-Reisende — wir zeigen ihnen z. B. die alte Fabrik, wo die Lomo hergestellt wurde.

2005 wurden in St. Petersburg 34 Ausländer getötet. Wie schätzen Sie die Einstellung in Russland gegenüber Ausländern ein?

Das ist die traurigste Entwicklung in Russland. Die Zunahme von Rassismus begann um die Finanzkrise 1998 herum. Es hat viele Fälle gegeben, wo Ausländer in Russland investiert und dabei die Gesetze missachtet haben, was eine allgemeine negative Meinung über Ausländer hervorgebracht hat. Man sah in ihnen Leute, die versuchten, ein sehr stolzes Land zu bevormunden. Nach der Finanzkrise haben zudem viele Russen ihre Ersparnisse verloren, was verbreitet als Folge des ausländischen Einflusses empfunden wurde. Die Einwanderungsgesetze wurden schärfer — ich sollte sogar das Land verlassen. Aber das ist nichts, was Russland allein betrifft. Sehen Sie doch, was z. B. in Ostdeutschland geschieht. Das passiert dann, wenn ein System sich plötzlich radikal verändert.

Sie gehören zu den ersten ausländischen Geschäftsfrauen in St. Petersburg. Wie war das genauer, als Frau?

Es war wohl leichter für eine Frau. Die alten Männer an der Macht wissen, dass die Frauen in Russland immer viel und hart gearbeitet haben; aber die Männer mussten deren Fähigkeiten prüfen. Die ’Sowjetonkel’ mochten junge gebildete Frauen, und ich habe ihnen auch gezeigt, dass ich Russland als Land akzeptiere, weil ich die Sprache und die Gesetze kannte.

Wie sehen Sie die Rolle der Frau in Russland im Allgemeinen?

Ich glaube, diese Gesellschaft wird von den Frauen dominiert — nicht wegen einer bewussten feministischen Bewegung, sondern wegen einer traurigen und von Kriegen erfüllten Geschichte, in der die Frauen gezwungen waren, zu arbeiten und allein ihre Familien über Wasser zu halten. Deshalb sind die Frauen hier etwas Besonderes; sie sind unabhängig und werden in der Arbeitswelt akzeptiert. Im Privatleben ist die Situation für die Frauen in Russland aber ein größeres Problem als für die Männer, denn die Männer haben immer noch die Oberhand — es ist einfacher, eine tolle Ehefrau zu finden als einen guten Ehemann. Die Frauen haben weniger Macht, weil sie die kleinere Freiheit zur Wahl haben.

Sie sind aktiv Mitglied beim Petersburger Rotary Club — was machen Sie da?

Ich begegne dort Geschäftsleuten, die für eine ethische Art des Geschäftslebens eintreten. Das ist eine Balance zwischen Business und gemeinnütziger Arbeit — wir reden miteinander und lernen voneinander, während wir Geld für wohltätige Zwecke spenden. Zurzeit unterstützen wir ein Renovierungsprojekt in einer Klinik für asthmakranke Kinder in St. Petersburg und sponsern Ausrüstung für eine Schule für stumme Kinder. In der ganzen Welt gibt es 30.000 Rotary-Clubs, und wenn du einmal Mitglied bist, kannst du die Clubs überall auf der Erde besuchen.

Wie verbringen Sie noch Ihre Freizeit?

Ich reise viel! Letztes Jahr war ich fast ausschließlich in Europa unterwegs, weil ich in Deutschland Immobilien gekauft habe; deshalb musste ich öfters dort hinfahren. Ich liebe Italien für seine Lebensweise und das gute Essen und Indien für seinen spannenden Pluralismus und seine Farben, die Früchte und die ganz unterschiedlichen Lebensarten.

Was war der beste Geschäftsrat, den Sie bekommen haben, und welchen Rat können Sie denen geben, die in Russland Geschäfte machen wollen?

Ein Freund meines Vaters sagte mir einst: ’Das Schwierigste wird sein, gute Mitarbeiter zu bekommen.’ Das stimmt, denn nur wenn die ihre Arbeit gut machen, können wir einen guten Service anbieten. Mein eigener Rat wäre, Russisch zu lernen und sich mit den Gesetzen vertraut zu machen, sich selbst weiterzubilden und sich eigene Meinungen zu bilden. Du kannst in Russland nur dann deine Rechte ausüben, wenn du sie auch kennst.